Die Montage I.


Die Montage I.

Damit ihn jeder auf dem Boden gleich erkennen konnte, dass er aus der Luft mit seinem Helikopter in friedlicher Absicht kam, montierte Pierre kurzerhand Musikboxen, welche er in der Hauptstadt ergattern konnte, auf die Kufen seines Helikopters. Er wollte musikalisch durch die Lüfte!

Sein Gedanken dahinter war, dass nur Hunde und Musik die Menschen auf Erden zusammen bringen können.

Pierre verkabelte in seiner Freizei Stunde um Stunde ein ganzes Soundsystem mit und in seinem Cockpit. Am Ende hatte ein CD-Player an der Seite seines Sitzes ein neues zu Hause gefunden. Um die Erschütterungen durch Motor und Rotoren im Player dämpfen zu können, bastelte er noch eine kleine Holzkiste mit zu öffnenden Deckel, die innen mit Schaumstoff ausgelegt war.

Zwei Lautsprecher standen auf je einer Kufe und einiges Gewirr an Kabeln schreckten nicht einmal die zuständigen Sicherheitsorgane vor Ort, denn sie waren der festen Überzeugung, dass Pierre mehr als nur durch geknallt war. Dennoch war es ihnen unerklärlich, dass er unter einem gewissen Schutz der Vorgesetzten stand.

Es war früh am Morgen und Pierre wollte sein am Vortag fertig gestelltes Werk einer Abschlussprüfung unterziehen. Bei der Sichtung war er sehr zufrieden. Alle Kabel waren ordnungsgemäss verlegt, keines störte. Das zusätzliche Silikon zur Befestigung der Lautsprecher war an den Kufenoberseiten gut angetrocknet und machte neben der nötigen Kabelbefestigung zusätzliche gute Empfindungen für Pierre. Der CD Player wartete auch schon geduldig auf seinen ersten Einsatz.

Nach dem technischen Rundgang musste selbstverständlich eine Generalprobe der Töne von statten gehen.

Beim Testen seiner musikalisch-fliegenden Idee stand gerade auf dem gegenüber liegenden Platz des Helikopterparkplatzes eine Truppe seiner Kollegen beim Morgenappell. Der Feldwebel hielt in seinen Worten, die er an die Soldaten richtete, abrupt inne, weil mit einer irren Lautstärke Musik über ihre Köpfe hinweg donnerte.

Er drehte sich langsam und ungläubig zu dem Helikopter hin, aus dessen Richtung die Noten von
The Twist von Chubby Checker



zu ihnen herüber drangen. Dabei begannen sein Mechaniker, der ihm beim Aufbau und nun bei der Prüfung der Anlage die ganze Zeit schon behilflich war und noch ein Kollege, der einfach heute Morgen bei den beiden nur vorbei schaute, sowie Pierre eine Tanzeinlage hinzulegen.

In den aufgestellten und stramm stehenden Soldatenreihen begann daraufhin ein leises, aber immer mehr lauteres Gelächter. Nicht über Pierres Musiktest, das wussten die meisten, dass er das heute morgen vorhatte.

Sie lachten über die Reaktion ihres Feldwebels!

Durch das ganze Quartier waberten nun twistische Töne und nach und nach kamen die Kollegen aus ihren Löchern gekrochen um nachzuschauen, was los sei. Das Lachen der Kollegen im Appell steckte die anderen, die hinzugekommen waren an. Einige wurden von dem Rhytmus angesteckt und tanzten sogar mit, sei es mit Zahnbürste zwischen den Lippen geklemmt oder mit der morgendlichen Kaffeetasse bewaffnet.

Nur der Feldwebel fand das alle so gar nicht lustig und legte einen äusserst strammen Schritt Richtung musikalischen Helikopter auf.

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lookwithme
Ziel erfasst!
Wo?
Bei 12 Uhr. Siehst du es?
Ja. Jetzt seh ichs auch.
Sieht gut aus. Soll ich?
Warte noch.
Jetzt?
Nein, noch nicht.
Meinst du?
Ja.
Jetzt?
Nein. Die lassen wir noch im eigenen Saft bruzzeln.
Gib Bescheid, okay?
Auf alle Fälle.
Jetzt?
Nein!! Lass sie noch überm Grill hängen.
Warum? Der Zeitpunkt ist genial!
Roh fress ich doch keine Rostbratwurst.